Monat: Mai 2020

Geht…

Geht…

Sieht mich an. Ärmel verrrückt. Hat mal wieder etwas gedrückt. Frage sie sanft. Sie macht dicht. Hilflos wir beide. Sucht ohne Sicht. Tage der Härte. Sie ist noch da. Nur ein Skelett. Dem Tod so nah. Drücke es fest, das gehende Kind. Draußen weint ein leichter Wind. Bernd Tunn – Tetje

Abschied im Duft!

Abschied im Duft!

Seit kurzer Zeit lebt sie in Pein. Mann und Sohn starben allein. An der Strasse im Eingangsort, nahm ein Unfall die Beiden fort. Sitzt am Ufer. Saugt die Luft. Tabletten wirken. Abschied im Duft. Bernd Tunn – Tetje

Beter!

Beter!

Betet gegen anderes Leid. Dank für sich in dieser Zeit. Macht das auch für Familien. Auf dem Tisch zieren Lilien. Die Bibel liegt gelesen da. Fühlt sich Gott ganz, ganz nah. Bernd Tunn Tetje

Draußen doch…

Draußen doch…

Volle Tasche. Krückstock lehnt. Kenem was davon erwähnt. Seine Windeln kein Problem. Kann nur vieles nicht versteh`n. Will gern raus aus dem Heim. Draußen doch nicht mehr sein. Bernd Tunn – Tetje

Im Cafe…

Im Cafe…

Sitzt im Cafe. Ist entspannt. Manches Nicken ihr bekannt. — Der Kaffeeduft Gefühle weiden. Die Gedanken will sie meiden. — Die leise Musik besänftigt sehr. Ruht in sich. Braucht nicht mehr. — Bernd Tunn – Tetje

Unsere Freundin!

Unsere Freundin!

Noch gesessen. Ist schon spät. Im Gespräch Erinnerung gesät. Unsere Freundin, lieber Schatz, früh gegangen von ihrem Platz. Grab noch offen. Wind weht seicht. Dieses Tschüss fällt nicht leicht. Bernd Tunn – Tetje

Hallo gesagt…

Hallo gesagt…

Gerne gekommen. Hallo gesagt. Geweckte Neugier. Sorgen vertagt. Drinks genossen. Flair und so. Entspannte Zeit. Bisschen froh. Erzähltes gefühlt. Formulierung erlebt. Manches verneint. Antwort gewebt. Spät gegangen. Den Rest vertagt. Sanft gelächelt. Gute Nacht gesagt. Bernd Tunn – Tetje

Ins Nimmermehr!

Ins Nimmermehr!

Will nicht führen diesen Zug. Doch Waffe mahnt: Sein nur klug! Vor lauter Angst fährt er ihn. Hofft die Fracht hat ihm verzieh,n. Geruch und Anderes quellen hervor. Mancher Schrei dringt an sein Ohr. Ein Soldat bewacht ihn sehr. Die Ladung soll ins Nimmermehr. Bernd Tunn – Tetje

Seine Tränen!

Seine Tränen!

Nun im Heim. So ungewohnt. Weniger machen was sich lohnt. Läuft so anders als er denkt. Das Altenheim Geschicke lenkt. Träumt sich raus. Wünscht sich frei. Tränen rollen ins Einerlei. Tröstende Geste der Pflegerin, gibt ihm wieder etwas Sinn. Bernd Tunn – Tetje

Seine Stille!

Seine Stille!

Ihm ist still. Beunruhigt nicht. Ehr der Alltag hat Gewicht. Gelernte Gesten bewegen Hände. Wenn er kann, erzählt er Bände — Den dumpfen Bass spürt er gern. Nur die Töne sind ihm fern. — Ist ein Tauber, sagen Leute. Ihm fast egal. Lebt im Heute. Bernd Tunn – Tetje